Arnold von Wied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. Januar 2022 um 12:27 Uhr durch Aaderhol (Diskussion | Beiträge) (Aaderhol verschob die Seite Arnold II. von Wied nach Arnold von Wied und überschrieb dabei eine Weiterleitung). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Arnold von Wied gemeinsam mit der Mitstifterin Hadwig von Wied in Proskynese vor dem Weltenherrscher, begleitet von den vier Evangelisten. Fresko in der St. Clemens-Kapelle in Schwarzrheindorf

Arnold von Wied (* vermutlich um 1098; † 14. Mai 1156 in Xanten) war als Arnold II. von 1151 bis 1156 Erzbischof von Köln.

Frühe Jahre

Arnold war ein Sohn des Grafen Metfried von Wied aus dem gleichnamigen Geschlecht. Die Stammburg Altwied liegt in Rheinland-Pfalz im heutigen Neuwied. Der Name seiner Mutter ist unbekannt. Er hatte drei Brüder und vier Schwestern: den vermutlich erstgeborenen Siegfried, Ludwig, Burkhard, Hizzecha, Sophia, Siburga und Hadwig. Letztere unterstützte die Errichtung der Doppelkirche von Schwarzrheindorf[1] auf Grundbesitz der Familie und übernahm die Verwaltung nach Arnolds Tod.

Arnold trat in den geistlichen Stand ein, was darauf schließen lässt, dass er nicht der erstgeborene Sohn war.[2] Wahrscheinlich besuchte er die Stiftsschule in Lüttich. Hier kam er vermutlich in Kontakt mit Wibald von Stablo, der dort seine Ausbildung erhielt und Arnold in einem Brief als seinen "Jugendfreund"[1] bezeichnet. Die beiden blieben in Kontakt und Wibald nahm regen Anteil am Bau der Kirche in Schwarzrheindorf.[3]

Ab 1122 ist er als Propst von St. Georg in Limburg an der Lahn nachweisbar.[2] Ab 1127 ist er als Dompropst zu Köln belegt,[4] wo er über die Jahre vielfach für die Interessen der Diözese eintrat. Diese Ämter übte er bis zu seiner Wahl als Erzbischof 1152 aus. Als Propst in Köln war er als Zeuge bei der Ausstellung zahlreicher Urkunden der Erzbischöfe Friedrich I. von Schwarzenburg und Bruno II. von Berg anwesend. Aus der Zeit Brunos stammen auch Urkunden von ihm selbst.[5]

Von 1138 bis 1151 war Arnold auch Propst der St. Servatiuskirche in Maastricht. Im selben Jahr nahm er auf Einladung Alberos von Trier an der Königserhebung Konrads III. teil.[6]

Kanzler Konrads III.

Im selben Jahr berief ihn der römisch-deutsche König Konrad III. zum Kanzler. Von Arnold stammen einige selbst angefertigte königliche Diplome. Der König vertraute ihm vor allem Angelegenheiten von Reichsitalien und Lothringen an. Noch im Jahr seiner Ernennung reiste er im königlichen Auftrag nach Oberitalien und nach Rom. Nach seiner Rückkehr hielt er sich sowohl in Köln als auch am königlichen Hof auf.

Von 1147 bis 1149 nahm er am Zweiten Kreuzzug teil. Er war dabei, als der Kreuzzug 1148 bei Damaskus scheiterte. Er machte den Rückzug mit und begleitete den König bei dessen Aufenthalt in Konstantinopel. Im Jahr 1149 kehrte er nach Köln zurück.

Wahl zum Erzbischof

Nach seiner Rückkehr nach Köln schloss Arnold sich den Gegnern von Erzbischof Arnold I. an, der schon im Jahr 1148 suspendiert worden war. Er nahm bald eine Führungsrolle ein und hatte Ambitionen auf die Nachfolge als Erzbischof, die er mit Nachdruck verfolgte. Dadurch musste er seinen Hofdienst einschränken, was zu einer zeitweiligen Entfremdung von Konrad führte.[7]

Am 3. April 1151 verstarb Arnold I. Arnold von Wied verzeichnete eine große Anhängerschaft und wurde von Klerus und Volk zum Erzbischof gewählt. Er übernahm das Amt in einer überaus schwierigen Situation. Das Erzstift Köln war hoch verschuldet und durch Fehden geschwächt. Daher erklärte sich Arnold zur Leitung des Erzbistums nicht imstande und wollte die Wahl nur mit ausdrücklicher Zustimmung von Kaiser und Papst annehmen. Diese Demonstration von Bescheidenheit folgte nicht nur einem Topos der mittelalterlichen Bischofswahl, vielmehr spielte auch Arnolds Befürchtung, für das verschuldete Bistum mit seinem Privatvermögen aufkommen zu müssen, eine Rolle. Er bestand auf der Zustimmung von König und Papst, um sich deren Unterstützung bei der Restitution des Erzstiftes sicher zu sein.[8]

Ende April 1151 traf Arnold mit König Konrad in der Kirche von Schwarzrheindorf zusammen. Dort wurden die Altäre der Unterkirche von Albrecht I. von Meißen und Heinrich von Lüttich geweiht, Arnold selbst weihte den Altar der Oberkirche. Per Schiff fuhren Arnold und Konrad über den Rhein nach Köln, wo sie begeistert empfangen wurden. Im Kölner Dom verlieh der König Arnold die Regalien. Zusätzlich wurden ihm die herzoglichen Rechte des erloschenen lothringischen Dukat eingeräumt.

Er reiste im Spätsommer 1151 zusammen mit Wibald von Stablo nach Rom. Am 6. Januar 1152 wurde er von Papst Eugen III. in Segni bestätigt und geweiht. Der Papst bestätigte die Rechte und Besitzungen der Kölner Kirche und erkannte die neuen herzoglichen Rechte an. Bei der Rückkehr erfuhr Arnold vom Tod König Konrads.

Reichserzkanzler unter Friedrich I.

Im März 1152 nahm Arnold an der Königswahl in Frankfurt teil. Er stellte sich dabei auf die Seite von Herzog Friedrich III. von Schwaben. Nach der erfolgreichen Wahl krönte Arnold ihn am 9. März 1152 als Friedrich I. Barbarossa im Aachener Dom zum römisch-deutschen König. Arnold schlug vor, dass der König sofort nach Rom zur Unterstützung des Papstes ziehen sollte. Dieses Ansinnen wurden von den weltlichen Fürsten abgelehnt.

Auch unter Friedrich I. war Arnold häufig am Hof anwesend. So tritt er 1153 als Zeuge des Konstanzer Vertrages auf. Er nahm 1154 als Reichserzkanzler am Italienzug Friedrichs teil. 1155 begab er sich als Gesandter nach Rom, um die Kaiserkrönung Friedrichs durch den Papst vorzubereiten. Vergeblich riet er dem König gegen Wilhelm III. von Sizilien vorzugehen. Als Friedrich I. und der Papst am 9. Juni 1155 bei Sutri erstmals zusammenkamen und der König sich weigerte, den üblichen Stratordienst zu leisten, wirkte Arnold mit Erfolg auf Friedrich ein, nachzugeben. Auch insgesamt versuchte er ausgleichend zwischen Papst und König zu wirken. Am 18. Juni 1155 nahm er an der Kaiserkrönung im Petersdom teil.

Nach der Rückkehr über die Alpen war Arnold verschiedentlich am Hof anzutreffen. Insgesamt aber ist eine größere Distanz zum Hof als unter Konrad festzustellen.

Wirken als Erzbischof

Grabstätte von Arnold von Wied in St. Maria und Clemens

Schon unmittelbar nach der Wahl begann Arnold damit, entfremdete Güter des Erzstifts zurückzugewinnen. Dabei kamen ihm Entscheidungen des Hofgerichts zugute, die bestimmten, dass die erzbischöflichen Güter nicht verpfändet oder als Lehen vergeben werden durften. Außerdem nutzte er die erweiterten weltlichen Rechte dazu, die Fehden zu bekämpfen, den Landfrieden zu erneuern und die Gerichtsbarkeit zu verbessern.

Er kam dabei auch in Konflikt mit Konkurrenten wie den Grafen von Berg und von Arnsberg. Teilweise kamen seine Handlungen, wie die Zerstörung der Burg Sayn im Jahr 1152, den eigenen Familieninteressen zugute.

In geistlicher Hinsicht war er ein Förderer der Siegburger Reform im Benediktinerorden. Er hat die Gründung eines Benediktinerinnenklosters in Schwarzrheindorf gefördert. Die Leitung übertrug er seiner Schwester Hadwig von Wied. Auch zwei weitere seiner Schwestern traten in die Neugründung ein.

Arnold starb am 14. Mai 1156 in Xanten an einem Sturz, den er sich bei einem Wettlauf zuzog. Er wurde in der Kirche St. Maria und Clemens des Benediktinerinnenkloster in Schwarzrheindorf bei Bonn, dessen Gründung auf seine Anregung zurückging, beigesetzt.

Literatur

  • Hildegrunde Frizen: Die Geschichte des Klosters Schwarzrheindorf von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit. In: Studien zur Heimatgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel. Nr. 23, Bonn 1983.
  • Johannes Kunisch: Konrad III., Arnold von Wied und der Kapellenbau von Schwarzrheindorf (= Veröffentlichungen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere das Alte Erzbistum Köln. Bd. 9, ISSN 0931-0096), Schwann, Düsseldorf 1966.
  • Friedrich Wilhelm Oediger: Arnold II.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 377 (Digitalisat).
  • Manfred van Rey: Studien zur Geschichte von Bonn im Früh- und Hochmittelalter. Stifte, Klöster und Pfarreien. In: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn. Bd. 73, Bonn 2019.
  • Bernd Schütte: Osterfeier und Jüngerlauf. Zum Tod Arnolds II. von Köln. In: Rheinische Vierteljahrsblätter Bd. 74 (2010), S. 220–234 (Digitalisat)
  • Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln (= Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e.V. Bd. 32). H. Wamper, Köln 1973.

Einzelnachweise

  1. a b Hildegrunde Frizen: Die Geschichte des Klosters Schwarzrheindorf von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit. In: Stadt Bonn (Hrsg.): Studien zur Heimatgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel. 1. Auflage. Nr. 23. Bonn 1983, S. 14.
  2. a b Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln. In: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V. 1. Auflage. Band 32. H. Wamper, Köln 1973, S. 6.
  3. Manfred van Rey: Studien zur Geschichte von Bonn im Früh- und Hochmittelalter. Stifte, Klöster und Pfarreien. In: Norbert Schloßmacher (Hrsg.): Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn. 1. Auflage. Band 73. Stadt Bonn - Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek, Bonn 2019, ISBN 978-3-922832-84-3, S. 263.
  4. Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln. In: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V. 1. Auflage. Band 32. H. Wamper, Köln 1973, S. 8.
  5. Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln. In: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins. 1. Auflage. Band 32. H. Wamper, Köln 1973, S. 8–10.
  6. Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln. In: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V. 1. Auflage. Band 32. H. Wamper, Köln 1973, S. 13 f.
  7. Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln. In: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V. 1. Auflage. Band 32. H. Wamper, Köln 1973, S. 42.
  8. Heinz Wolter: Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln. In: Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e.V. 1. Auflage. Band 32. H. Wamper, Köln 1973, S. 48 f.
VorgängerAmtNachfolger
Arnold I.Erzbischof von Köln
1151–1156
Friedrich II. von Berg